Mein Arbeitsablauf: Der Import

Irgendwann muss man sich Gedanken machen wie man die vielen Bilder halbwegs Sinnvoll verwalten und bearbeiten kann. Die Vorgehensweise ist leider oft durch die eingesetzten Programme bestimmt. Leider deswegen, da ich viel Wert darauf lege auch OHNE ein bestimmtes Programm mit meinen Bildern arbeiten zu können. Sprich ich will mich nicht abhängig von einem Programm machen und wenn dieses vom Markt verschwindet oder unbezahlbar wird kann ich wieder von vorne anfangen. Daher habe ich mich entschlossen ein mehrstufigen Prozess aufzusetzen.

Stufe 1: Hochladen

Im ersten Teil werden die Bilder einfach von der Speicherkarte auf den Rechner geladen und umbenannt. Dabei landen alle Bilder in eine Upload Ordner, sortiert in Unterordner nach Datum. Die Bilder selbst bekommen ebenfalls ein Zeitstempel gefolgt von einer fortlaufenden Nummer sowie den Ursprungsnamen. Das sieht dann so aus:

.../UPLOAD/jjjjmmtt/jjjjmmtt_FortlaufendeNummer_<Ursprünglicher Name> 

oder konkret:

../../UPLOAD/20160107/20160107_185251_DSC_3424.NEF

Als Werkzeug kommt hier Nikon ViewNX2 zum Einsatz.  Zusätzlich wird eine Sicherung angelegt. Aufgrund der schieren Größe habe ich von der Sicherungskopie sehr schnell Abstand genommen. Dafür wird die gesamte Platte häufiger gesichert. Letztendlich könnte das Hochladen und Umbenennen auch gut gescriptet werden – aber mit dem Tool geht es halt einfacher.

Die Einstellungen in Nikon ViewNX2 sehen wie folgt aus:

  • Quelle:
    Speicherkarte.
  • Primäres Ziel:
    ../UPLOAD/<Unterordner>
  • “Für jede Übertragung einen eigenen Unterordner anlegen”.
    • Gleichnamigen Unterordner verwenden, falls vorhanden
  • <Kein Präfix><jjjjmmtt><Kein Suffix>
    Der Ordner lautet dann z.B.: 20160101
  • “Dateien während der Übertragung umbenennen”
    <Kein Präfix><Datum/Uhrzeit><Suffix:Ursprünglicher Name>
    20160101_170355_<Ursprünglicher Name>.NEF
  • Sicherungsziel:
    ../../
    90_PICS_UPLOAD_BACKUP
  • Voreinstellungen:
    Nur neue Dateien Übertragen.

 

Ein Hochladen direkt von der Kamera via USB ist leider nicht (mehr) möglich. Keine Ahnung woran das liegt. Anfangs hat es noch funktioniert – doch dann dauerte es immer länger. Bis es überhaupt nicht mehr ging. Da ich aber auch öfters die Kamera auf dem Stativ habe und zum Import nicht abbauen will ist es eh einfacher die Karte kurz raus zunehmen und die Bilder hoch zu laden.

Bei längeren Touren habe ich meistens mein altes Lenovo x61s Laptop als „Image Tank“ mit dabei. Das dient primär zur Sicherheit, denn Speicherkarten sind so günstig das man viele davon hat und sie selten alle voll sind. Sollte eine Speicherkarte kaputt gehen habe ich in diesem Fall dann aber doch noch ein Backup. So habe ich oft abends die Bilder einfach von der Karte auf das Laptop geladen. Da dort ein Linux drauf ist kommt kein ViewNX2 zum Einsatz. Kopiert werden die einfach via cp.

Sollten nicht mehr alle Bilder auf den Speicherkarten sein ist das hoch laden etwas umständlicher. Nikon ViewNX2 akzeptiert als Quelle leider keine USB Platten oder Netzlaufwerke – sondern nur Speicherkarten.  Also lade ich die Bilder vom Laptop wieder auf die Speicherkarten und von dort werden sie dann hoch geladen. Da dieser Fall nicht allzu oft vorkommt habe ich diesen Prozessschritt noch nicht optimiert.

Stufe 2: Vorprüfung

Im zweiten Schritt prüfe ich dann die Bilder und lösche schon mal die ganz schlechten Bilder. Es kommt ja immer wieder mal vor das man seine Schuhe fotografiert. Und da ich auf Fototouren meistens NICHT meine rahmengenähten Lederschuhe an habe, ist das Ergebnis auch nicht so toll. Das alles geschieht aber noch immer vor dem Import in Lightroom. Auch hier kommt Nikon ViewNX2 zum Einsatz. Es enthält ein guten Bildbetrachter (auch RAW Format) und ein paar wenige Funktionen zum Bearbeiten, wie z.B. die Belichtungskorrektur oder Helligkeit. So kann ich schon vorher abschätzen ob ich das Bild löschen soll oder ab ich ihm eine Chance gebe. Auch bei diesem Schritt könnte ich andere Tools einsetzen. Dazu braucht man ja lediglich nur einen Bildbetrachter.

Stufe 3: Vorbereitung und Import

Erst jetzt geht es für die Bilder weiter zur Bearbeitung aber nicht direkt aus dem UPLOAD Ordner. Die zu bearbeitenden Bilder werden kopiert und unter PROJECTS einsortiert. Anfangs gab es dort noch ein sehr granulare Unterteilung. Mittlerweile gibt es meistens nur noch Unterordner nach Jahreszahl. Das hängt aber immer etwas von Shooting ab.

Als letzter Schritt kommt der Import bzw. die Synchronisation in Lightroom. Da ich teilweise die Bilder in bestehende Ordner kopiere (primär am Jahresanfang) werden nur die Ordner synchronisiert und es erfolgt kein kompletter Import. Jetzt vergebe ich auch Tags und starte die Bearbeitung. Dazu aber mehr in einem weiteren Beitrag.

Anmerkung:

Mir ist klar das Lightroom die Bilder „non-destructive“ bearbeitet. Daher wäre ein kopieren in …/PROJECTS/… nicht notwendig.  Auch stoße ich mit der Aufteilung in Unterordner auf Dateiebene an meine Grenzen (nicht nur physikalisch). Immer mehr habe ich verschiedene Sichten/Bearbeitungen auf die Bilder, so z.B. Fotobücher oder Leinwanddrucke die auf die gleichen Bilder gehen. Also ein schönes Bild aus dem Urlaub landet dann in eine privaten Fotoalbum aber auch als Leinwanddruck an einer öffentlichen Wand. Die Anzahl der Ordner und Unterordner wurde schon von Jahr zu Jahr daher geringer.  Aber die Aufteilung in  UPLOAD und PROJECTS Ordner bleibt bestehen. Die Sichten auf die Projekte werden später dann durch entsprechende Tags abgebildet. Wo dann die Bilder physikalisch liegen ist da dann auch egal. Was man braucht ist halt mehr Plattenplatz. Dafür hat man aber auch mehr Sicherheit.

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